Es wird heiß. Sehr heiß. Während sich Deutschland darüber freut, dass der Frühling mit Temperaturen von rund 17 Grad endlich Einzug hält, treffen die Teams und Fahrer der Formel 1 am anderen Ende der Welt auf deutlich heißere, tropische Temperaturen: Zum Start des zweiten Rennens der Saison auf dem Sepang International Circuit vor der Toren von Kuala Lumpur prognostizieren die Meteorologen bis zu 34 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchte von 60 Prozent. Da ist Schwitzen angesagt – höchste Beanspruchung für Mensch und Material. Möglich, dass am Rennsonntag ein tropischer Platzregen für zusätzliche Spannung sorgt.
Ganz gleich ob bei trockenen oder nassen Bedingungen: Der Grand Prix von Malaysia ist aufgrund des tropischen Klimas und der Streckencharakteristik eines der anspruchsvollsten Rennen der Saison. 60 Prozent der 5,543 Kilometer langen Runde mit ihren 15 Kurven absolvieren die Piloten mit voll durchgestrecktem Gasfuß – „Pedal to the Metal“, wie es in Rennfahrerkreisen heißt. Damit zählt der Sepang International Circuit zu den Strecken mit dem höchsten Vollgasanteil der gesamten Saison. Das fordert die Motoren in besonderem Maße. Auf den beiden rund 850 Meter langen Geraden laufen die Achtzylinder pro Runde für etwa 12,5 Sekunden auf der Maximaldrehzahl von 18.000 Touren. In Kurve fünf erwartet die Piloten mit 3,4 g die höchste Querbeschleunigung.
Renault und seine vier Partnerteams – Red Bull Racing, Lotus F1 Team, Williams F1 Team und Caterham F1 Team – profitieren dabei von der besonderen Hitzebeständigkeit des RS27-V8, die auch aerodynamische Vorteile mit sich bringt. „Dadurch verfügen die Partnerteams von Renault beim Design des Heckbereichs ihrer Fahrzeuge über einen deutlich größeren Gestaltungsspielraum und können das schmal zulaufende ,Cola-Flaschen-Design‘ umsetzen. So kann die Karosserie möglichst eng am Triebwerk anliegen, was wiederum die Aerodynamik und die Downforce positiv beeinflusst. Dem RS27 genügen kleinere Kühlluftöffnungen in der Verkleidung“, erklärt Rémi Taffin, Leiter des Renault Sport F1 Einsatzteams.
Der Weltmeistermotor durchlief vor dem Rennen in Sepang zahlreiche Tests auf dem Prüfstand von Renault Sport F1 in Viry-Châtillon. „Die Motoren laufen unter sehr realitätsnahen Bedingungen. Wir können die extreme Luftfeuchte, die Außentemperatur, den Luftdruck und anderes darstellen. Unter diesen Verhältnissen absolvieren die Motoren eine Renndistanz mit allen Belastungen. Das machen wir solange, bis wir sicher sind, dass die Triebwerke mit dem einzigartigen Stress des tropischen Klimas fertig werden“, erläutert Taffin.
Die Fahrbarkeit des Motors spielt eine besonders wichtige Rolle. Sollte es regnen, passen die Ingenieure das Ansprechverhalten des Gaspedals an, damit die Piloten die Kraft des Achtzylinders auch bei geringeren Grip-Verhältnissen auf die Straße bringen.
Renault und seine vier Partnerteams wollen in Malaysia an den starken Saisonauftakt anknüpfen. Im Albert Park von Melbourne gelang Weltmeister Sebastian Vettel ein hervorragender zweiter Platz, Teamkollege Mark Webber sicherte sich mit Rang vier ebenfalls wichtige Punkte. Formel 1-Rückkehrer Kimi Räikkönen feierte mit Position sieben ein gelungenes Comeback im Lotus F1 Team. Auch das Williams F1 Team stellte seine Konkurrenzfähigkeit unter Beweis, während das Caterham F1 Team noch enger ans Mittelfeld aufrückte.
Der Große Preis von Malaysia startet am Sonntag um zehn Uhr deutscher Zeit. Bereits am Samstag geht es ab neun Uhr im Qualifying um die beste Startposition. Ob bei Regen oder strahlendem Sonnenschein – eines steht bereits jetzt fest: es wird heiß. Sehr heiß.
(Stand 03/2012, Irrtümer vorbehalten)


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