SportFünf Formel 1-Partner von Renault in den Top 8

Weltmeister Sebastian Vettel sollte auch vor den Toren der chinesischen Millionen-Metropole Shanghai weiter auf sein erstes Podiumsergebnis der Saison 2012 warten – dabei hatte sich der Hesse mit seinem Red Bull-Renault bravourös durchs Feld gekämpft. Der 24-Jährige musste den dritten Saisonlauf nach einem enttäuschenden Qualifying von Startplatz elf aus in Angriff nehmen – er hatte zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren den Einzug in das letzte Drittel des Abschlusstrainings um die Winzigkeit von fünf Hundertstelsekunden verpasst und kam dann auch noch schlecht weg, als die Startampeln erloschen.


Dennoch sah Vettel fünf Runden vor Rennende schon fast wie der sichere Zweitplatzierte aus. Doch der Titelverteidiger, auf einer Zwei-Stopp-Strategie unterwegs, hatte die Reifen seines Red Bull bereits hart strapaziert – und wurde damit für die von hinten heranfliegenden McLaren-Piloten Jenson Button und Lewis Hamilton zur leichten Beute: Das britische Duo konnte auf frischeren Pneus nach Lust und Laune angreifen. Das gleiche galt auch für Vettels Teamkollegen Mark Webber: Der Australier war ebenfalls auf seinem vierten Reifensatz unterwegs und machte dem Deutschen den vierten Rang noch kurz vor der Zielflagge abspenstig. Webber beendete das Rennen damit als bestplatzierter Renault Partner vor Vettel und drei weiteren Formel 1-Fahrern mit RS27-V8-Power im Heck.

Wie zum Beispiel Romain Grosjean. Der in Genf geborene und lebende Franzose kommt beim Comeback in der Formel 1 immer besser in Schwung. Bereits in Australien und Malaysia war der amtierende GP2-Champion – auch dort vertraute er auf Motoren von Renault – am Steuer seines Lotus-Renault schnell unterwegs, auch wenn seine Darbietungen unbelohnt blieben. In Shanghai überzeugte Grosjean mit der siebtschnellsten Zeit im zweiten Qualifying-Segment und war dabei um 18 Tausendstelsekunden flotter als sein Teamkollege Kimi Räikkönen. Während sich der Finne anschließend als bester Renault Partner den fünften Startplatz sicherte, blieb Grosjean in der Box und sparte sich einen Reifensatz auf – rein taktisch gesehen keine schlechte Idee. Denn mit frischerem Gummimaterial kämpfte sich der 25-Jährige bis auf Rang sechs nach vorn. Sogar Weltmeister Vettel hätte er fast noch erwischt.


Kimi Räikkönen hingegen übernahm so etwas wie die Rolle des tragischen Helden. Auch der Rückkehrer aus der Rallye-Weltmeisterschaft hatte auf eine Zwei-Stopp-Strategie gesetzt, die ihn zunächst bis auf Rang zwei hinter den späteren Sieger Nico Rosberg nach vorne spülte. Doch als die Pneus am Lotus des „Iceman“ abzubauen begannen, war für ihn Schluss mit lustig – Räikkönen wurde in kürzester Zeit bis auf die 14. Position nach hinten durchgereicht.


Mit erneut überraschender Konkurrenzfähigkeit wussten auch Bruno Senna und der latent kampflustige Pastor Maldonado zu überzeugen: Fast den gesamten Grand Prix über in spannende Duelle verstrickt, eroberten sie am Ende die Positionen sieben und acht – sowie zehn wichtige WM-Punkte für die wiederbelebte Kooperation zwischen Williams und Renault, die in den 90er Jahren beeindruckende Erfolge gefeiert hat.


Seine Dominanz unter den drei neuen Formel 1-Teams setzte Caterham in China fort – auch wenn Nummer-1-Pilot Heikki Kovalainen von technischen Problemen weit zurückgeworfen wurde. Dafür setzte Vitaly Petrov die RS27-Power im Heck seines grün-gelben Boliden zielgerecht ein und fuhr auf Rang 18.


(Stand 4/2012, Irrtümer vorbehalten)

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